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Selbsterntegärten in Städte und zu Firmen bringen

Die Praxis zeigt, welche Verhaltensänderungen hin zu einer nachhaltigen Ernährung möglich werden, wenn Konsument:innen ihr Gemüse selber ernten. Mit dem Projekt wollen wir deshalb das niederschwellige und in ländlichen Gebieten etablierte Konzept der Selbsterntegärten gemeinsam mit dem Verein Selbsterntegarten.ch auch in Städte und zu Firmen bringen.

Vor allem in den Städten sind bei vielen Menschen der direkte Bezug zur Natur sowie das Wissen ĂĽber die Zusammenhänge, die fĂĽr die Sicherung unserer Ernährung essentiell sind, weitgehend verloren gegangen. Durch die ständige, breite VerfĂĽgbarkeit von Lebensmitteln in den Supermärkten, die zahlreichen AnsprĂĽchen genĂĽgen mĂĽssen, wissen viele Menschen nicht mehr, wie und wie vielfältig Karotten und andere GemĂĽse wachsen, wie viel Aufwand notwendig ist, bis sie im Laden verfĂĽgbar sind, wann sie Saison haben und welche GemĂĽse in der eigenen Region wachsen können. Mit diesem Wissens- & Bezugsverlust einher gehen eine mangelnde Wertschätzung fĂĽr die Herstellung unserer Nahrungsmittel, Food-Waste und zahlreiche weitere Probleme. 

Die Selbsterntegärten sind eine konkrete, niederschwellige Möglichkeit, lokal und saisonal zu konsumieren, die ausserdem zur Sensibilisierung der Konsumierenden ĂĽber die Herausforderungen des landwirtschaftlichen Anbaus und zur Stärkung der Wertschätzung fĂĽr Lebensmittel beiträgt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Selbsterntegärten weit mehr sind als ein alternatives Versorgungsmodell fĂĽr GemĂĽse. Sie bieten den Abonent:innen einen niederschwelligen Einstieg dafĂĽr, ein besseres Verständnis fĂĽr Saisonalität, regionale Produktion und die Herausforderungen des landwirtschaftlichen Anbaus zu entwickeln. Gleichzeitig fördern die Gärten den Austausch zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, stärken die Wertschätzung fĂĽr Lebensmittel,  schaffen einen direkten Bezug zur Natur und tragen zum physischen und psychischen Wohlbefinden der Beteiligten bei.

In den vergangenen Jahren hat unser Mitglied selbsterntegarten.ch in Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsbetrieben, Kirchgemeinden, Klöstern und weiteren Institutionen verschiedene Selbsterntegärten in der Innerschweiz aufgebaut und begleitet. Aufgrund von Anfragen von städtischer Bevölkerung und den bisherigen Erfahrungen wurde deutlich, dass auch in weiteren Gebieten, unter anderem im urbanen Raum, ein grosses Interesse und Potenzial an Selbsterntegärten besteht. 

Im Rahmen des 2025 von Agroecology Works!, HAFL und dem Verein Selbsterntegärten durchgefĂĽhrten Pilotprojekts wurden ĂĽber 100 Gemeinden und weitere Akteure online zum Konzept Selbsterntegarten informiert und befragt. Zahlreiche Städte, Kirchgemeinden,  Wohnbaugenossenschaften und andere zeigten sich interessiert, das Konzept besser kennenzulernen und allenfalls zur Entstehung eines Selbsterntegarten beizutragen. 

Dank der UnterstĂĽtzung der Leopold Bachmann Stiftung können wir nun mit den interessierten Akteur:innen nächste Schritte und Abklärungen vornehmen und sie bei der Umsetzung eines Selbsterntegartens begleiten. 

Interessiert an einem Selbsterntegarten?
Projektleiterin Selina Lucarelli (s.lucarelli[at]agroecologyworks.ch) gibt gerne Auskunft. 

Weitere Informationen: www.selbsterntegarten.ch

Die Initiantinnen Madeleine Michel und Olivia Stafflage
Die Initiantinnen Madeleine Michel und Olivia Stafflage