Krise Landwirtschaft Klima - Tagung
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Brèves informations
Nicht nur Extremwetter bedrohen unsere Lebensmittelversorgung, sondern auch Kriege und globale Finanz- und Gesundheitskrisen. An unserer Veranstaltung zeigen wir konkreter Beispiele, was in Städten und Regionen bereits umgesetzt wird, um kurze Wege, agrarökologische Wirtschaftsweisen und die Ernährungssicherheit zu stärken. Mit Inputreferaten, Podiumsdiskussion, Workshop-Teil und Apéro Riche. -
Langue
DE -
Canton
Berne -
Thèmes
Systèmes économiques alternatifs, Commerce équitable & marchés, Création de valeur régionale, Agroécologie urbaine -
Date
26.10.2026 -
Heure
14:30 - ca. 19:30 -
Localisation
Wyttenbachhaus, Jakob-Rosius-Strasse 1, Biel -
Organisateur
Stadt Ernähren
Nicht nur Extremwetter bedrohen unsere Lebensmittelversorgung, sondern auch Kriege und globale Finanz- und Gesundheitskrisen. Wenn wir unsere Ernährungssysteme regionaler und nachhaltiger gestalten, stärken wir die Ernährungssicherheit. Wie realisieren Bündnisse zwischen Gemeinden, Zivilgesellschaft und dem Lebensmittelsektor den notwendigen Wandel? Wir wollen an dieser Tagung konkrete Felder aufzeigen, die aus der Krise führen und auf Praxis- und Erfahrungsbeispielen aus verschiedenen Regionen aufbauen.
Klar ist: Um nachhaltig zu produzieren, brauchen Landwirt*innen verlässliche Rahmenbedingungen, also Planungssicherheit, langfristige Abnahmeverträge und faire Preise. Dafür braucht es klare Vorgaben und Ziele zu Saisonalität, Regionalität und Nachhaltigkeit im öffentlichen Beschaffungswesen.
An unserer Veranstaltung zeigen wir anhand konkreter Beispiele, was in Städten und Regionen bereits umgesetzt wird, um kurze Wege und agrarökologische Wirtschaftsweisen zu stärken. Zusammen finden wir Inspiration und Mut für den Wandel. Die Tagung richtet sich an Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung, sowie aktive Personen in regionalen Ernährungssystemen, insbesondere aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Gastronomie, Handel, Regionalentwicklung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Bildung und Stiftungen.
Programm:
14.30 Uhr Einlass und Registrierung
15.00 – 16.30 Uhr Begrüssung und Inputreferate (je 10 min)
Mit anschliessender Podiumsdiskussion. Moderation Johanna Huber (Co-Geschäftsleiterin Durabilitas)
Von der nationalen Agrarpolitik zur kantonalen und städtischen Ernährungspolitik
Rudi Berli, Gemüsebauer, Vorstandsmitglied Uniterre und Nationalrat der Grünen (GE)
Die Agrarpolitik versagt punkto Nachhaltigkeit vollumfänglich und fördert mit falschen Anreizen eine Landwirtschaft des Wachsens und Weichens auf Kosten der Umwelt und der Landwirt*innen. Was kann auf kantonaler und kommunaler Ebene ergänzend und schneller getan werden? Als Nationalrat erklärt Rudi Berli das Zusammenspiel der Politik-Ebenen und als Pionier der solidarischen Landwirtschaft präsentiert er Lösungen mit Modellcharakter aus der Region Genf.
Regionen stärken
Johanna Herrigel, Programmverantwortliche Agrar- & Ernährungspolitik bei Biovision / Projektleiterin "Région à Table"
In Städten können Ernährungsstrategien und Beschaffungskriterien nachhaltige Ernährung fördern, doch wie können auch Höfe und die Lebensmittelwirtschaft im ländlichen Umfeld davon profitieren? Im Projekt "Région à Table" (von Biovision, Slow Food Schweiz und den Fachochschulen FHNW und ZHAW) werden in drei Pilotregionen mit Akteuren konkrete Lösungen zur Förderung agrarökologischer Ernährungssysteme entwickelt. Wie gehen sie im Projekt vor, um Akteur*innen an einen Tisch zu bringen und partizipativ Lösungen zu entwickeln? Und was tut sich konkret in der ersten der drei Pilotregionen, der Nord-Waadt?
Zürich auf agrarökologischem Kurs
Bernhard Koch, Fachbereichsleiter Landwirtschaft bei Grün Stadt und Agronom (zugesagt)
Die Stadt Zürich verpachtet 13 Landwirtschaftsbetriebe mit sehr lebendigen Betriebsleitungen und vielfältigen Betriebskonzepten. Die Produktion biologischer Nahrungsmittel, die lokale Verarbeitung und Vermarktung, hohe Ziele zur Biodiversität, dem Klimaschutz, dem Mikroklima und der Klimanpassung, sowie viele Mitwirkungs- und Bildungsangebote machen die Stadtlandwirtschaft zu einem unverzichtbaren Teil der Stadt Zürich.
Aktive Politik, engagierte Umsetzung
Mathias Stalder, Projektleiter Stadt Ernähren
Die Stadt Biel setzt in der Gemeinschaftsgastronomie auf Bio und Regionalität. Seit 2023 ist das ehrgeizige Bieler Reglement für gesunde Ernährung in den städtischen Betreuungsstrukturen in Kraft - jährlich werden 480'000 Mahlzeiten so zubereitet. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen der Stadt Biel dürfen keine Pestizide mehr ausgebracht werden, und eine agrarökologische Nutzung, die auch lokale Akteurinnen berücksichtigt, wird angestrebt. Der Verein " Stadt Ernähren" bringt die Akteurinnen rund um Anbau, Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln zusammen und bietet eine Plattform für den Austausch von Wissen und das gemeinsame Entwickeln eines lokalen und nachhaltigen Ernährungssystems.
Konsequente städtische Ernährungspolitik
Konsequente städtische Ernährungspolitik
Eva Wyss, Leiterin Dienststelle Umwelt, Direktion Bau, Energie und Umwelt der Stadt Biel
Das Ernährungssystem ist für ein Viertel der konsumbedingten Treibhausgasemissionen verantwortlich und damit ein wichtiger Treiber der Klimaerhitzung. Die Stadt Biel verfolgt das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 und bezieht dabei auch die Ernährung mit ein. Mit der Ratifizierung der Charta für eine gesunde Ernährung engagiert sich die Stadt in verschiedenen Handlungsfeldern. Für das Erreichen der Klimaziele sind die Städte jedoch auf eine Agrar- und Ernährungspolitik angewiesen, die konsequent auf Klimaneutralität ausgerichtet ist.
16.30 – 16.45 Pause
16.45 – 18.00 Workshop-Bereich
Expert*innen vom Feld bis auf den Teller erklären an verschiedenen Stationen wichtige Hebel für eine nachhaltige regionale Lebensmittelversorgung und eine klimaresiliente Stadt: Gemeinschaftsgastronomie, solidarische Landwirtschaften, Foodcoops, kollektive Verarbeitung, Erntenetzwerke, Schwammstadt etc. Wichtige Learnings und einfache praktikable Lösungen unter Einbezug der Bevölkerung.
18.00 Uhr Apéro Riche
ca. 19.30 Uhr Ende
Die Veranstaltung findet mit Unterstützung von Agroecology Works! und Biovision statt.