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Gesunder Boden, lebendige Erde: Wissenschaft und indigene Weisheit im Dialog - Webinar

  • Brèves informations

    Was ist ein gesunder Boden? Was bedeutet Humus wirklich? Welche Rolle spielen Bodenleben, Mikrobiom, Kompost, Saatgut, Bodenchemie, Wasseraufnahmefähigkeit und Insekten? Für die indigenen Kogi ist Landwirtschaft Territorium, Gemeinschaft und Spiritualität. Was bedeutet Landwirtschaft, wenn der Boden nicht nur Produktionsfläche, sondern Teil einer lebendigen und spirituell geordneten Welt ist?
  • Langue

    DE
  • Thèmes

    (Agro)Biodiversité, Fertilité des sols, Patrimoine culturel & traditions
  • Date

    03.10.2026
  • Heure

    19:00 - 20:30
  • Localisation

    Online
  • Organisateur

    Cosmovision-Europe und IG Gesunder Boden

Franz Rösl, Gründer des Vereins IG gesunder Boden e. V. und Anita Weber, Gründerin von Cosmovision-Europe spannen einen Bogen zwischen moderner Bodenkunde und praktischer Agrarökologie in unserer Kultur und dem indigenen Weltbild einer lebendigen Erde.

Perspektive der IG gesunder Boden e. V.
Franz Rösl bringt die Sicht der IG gesunder Boden e. V. ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Bodengesundheit praktisch und wissenschaftlich bedeutet. Boden wird dabei nicht als totes Substrat verstanden, sondern als lebendiges Gefüge aus Mineralien, organischer Substanz, Humus, Wurzeln, Mikroorganismen, Pilzen, Bodentieren, Luft und Wasser.
Ein Schwerpunkt liegt auf einem präzisen Verständnis von Humus: Humus ist nicht einfach organische Substanz. Pflanzenreste, Stroh, Wurzeln oder Kompost sind wertvolle Ausgangsstoffe, aber zu stabilem Humus werden sie erst durch biologische Umwandlung und Einbindung in die Bodenmatrix, etwa über Ton-Humus-Komplexe und stabile Bodenaggregate.

Darauf aufbauend geht es um Bodenleben, Rhizosphäre, Mikrobiom, Saatgut und Kompostqualität. Kompost ist nicht automatisch gut, nur weil es Kompost ist. Entscheidend sind die biologische Qualität, die Vielfalt der Mikroorganismen und die gezielte Anwendung dort, wo Pflanze und Boden miteinander in Beziehung stehen: am Saatgut, an der Wurzel und in der Rhizosphäre.

Ebenso wichtig sind Bodenchemie, Nährstoffverhältnisse, Mikronährstoffe und Bodenstruktur. Wenn Verhältnisse wie Calcium, Magnesium, Kalium und Spurenelemente nicht passen, können Düngungen wenig effizient sein und Pflanzen bleiben anfälliger. Auch die Wasseraufnahmefähigkeit der Böden ist ein zentraler Indikator: Gesunde Böden wirken wie ein Schwamm, verdichtete oder biologisch verarmte Böden lassen Wasser dagegen oberflächlich ablaufen.
Der Beitrag benennt auch kritische Störfaktoren wie Pestizide, schwere Maschinen, große Radlasten, Unterbodenverdichtung, verringerte Infiltration, Erosion sowie den Rückgang von Insekten und Biodiversität. So wird sichtbar, dass Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaushalt, Pflanzengesundheit, Ernährung und Landschaftsgesundheit untrennbar miteinander verbunden sind.

Perspektive Naturwissen des indigenen Volkes der Kogi aus Kolumbien
Demgegenüber steht eine indigene Kultur, für die Landwirtschaft weit mehr bedeutet als die Bewirtschaftung von Boden, Wasser und Vegetation. Ein wesentlicher Teil des Wirkens der Kogi besteht darin, nur so viel zu produzieren, wie sie zum Leben benötigen, um ihre harmonische Beziehung zum Territorium aufrechtzuerhalten und das Gleichgewicht über und unter der Erde zu bewahren. Die Landwirtschaftsfläche ist dabei nicht bloss Boden, sondern umfasst auch Wasser, Pflanzen, Tiere, Berge, Menschen und die geistige Dimension.

Es gibt durchaus Parallelen zur Agrarökologie, zur Diversifizierung, zur Kreislaufwirtschaft und zur langfristigen Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Allerdings sind diese Aspekte in der Betrachtungsweise der Kogi in eine kosmische und ethische Ordnung eingebettet.

Die spirituelle Arbeit mit dem Boden, dem Wasser und den Pflanzen dient diesem Anliegen ebenso wie die achtsame Bewirtschaftung der Felder. Für die Kogi sind beide Formen des Wirkens untrennbar miteinander verbunden und von gleicher Bedeutung. Dabei kommt dem Halten der Balance zwischen männlicher und weiblicher Energie sowie dem Nehmen und rituellen Geben eine zentrale Rolle zu. Im Mittelpunkt steht stets die Wahrung der Integrität und Gesundheit des gesamten Territoriums. Der Mensch trägt Verantwortung für die Aufrechterhaltung dieses Gleichgewichts.

Mehr Informationen:
www.cosmovision-europe.com
www.gesunder-boden.de

Anmeldung Events: www.eventfrog.ch
Beitrag: CHF 20

Hinweis:
Am 06.10.2026 startet unser 10-teiliges Online-Webinar EINSSEIN MIT DER NATUR.
Informationen: Homepages Cosmovision-Europe und IG Gesunder Boden e. V.
Tickets: www.eventfrog.ch

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